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Ehemalige Präsidenten des Deutschen Fischerei Verbandes e.V.

Georg Herbert Graf zu Münster

Georg Herbert Graf zu Münster Georg Herbert Graf zu Münster gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Fischerei-Vereins und wurde 1870 sein erster Präsident. Er wurde als Sohn des königlich hannoverschen und königlich englischen Staats- und Kabinettsministers Ernst Friedrich Herbert Graf zu Münster 1820 in London geboren. Von 1856 bis 1865 war Georg Graf zu Münster königlich hannoverscher Gesandter am Hof zu Petersburg. Nach der Annektion Hannovers durch Preußen ging Graf zu Münster nach Berlin, wo er Mitglied im Deutschen Reichstag wurde. Sein fischereiliches Interesse erklärt sich aus seiner Teichwirtschaft, die er auf seinem Gut Derneburg bei Hildesheim besaß und die er zu einem Musterbetrieb ausbauen ließ.

Dr. h.c. Friedrich von Behr-Schmoldow

Dr. h.c. Friedrich von Behr-Schmoldow Nachdem Georg Graf zu Münster zum deutschen Botschafter in London ernannt worden war, wurde Dr. h.c. Friedrich von Behr-Schmoldow zweiter Präsident des Deutschen Fischerei-Vereins. Nach einem juristischen Studium in Berlin übernahm er die Leitung seiner Güter in Mecklenburg. Von Behr war ein sehr aktiver und ideenreicher Mann, der eine rege Tätigkeit des Deutschen Fischerei-Vereins bewirkte. Dass er hierbei seine Aktivität auch auf den Süden des Reiches ausdehnte, beweist das Denkmal, das ihm 1892 nach seinem Tode die Bodenseefischer auf Reichenau setzten.

Hermann Fürst von Hatzfeldt

Hermann Fürst von Hatzfeldt Die dritte Präsidentschaft übernahm 1892 Hermann Fürst von Hatzfeldt, Herzog von Trachenberg. Er wurde 1848 auf Schloss Trachenberg geboren. Nach einem Jurastudium in Genf, Göttingen und Berlin übernahm er die Regierung des kleinen schlesischen Fürstentums Trachenberg. Von 1894 bis 1903 war er Oberpräsident der Provinz Schlesien. Das besondere Interesse von Fürst Hatzfeld galt der Entwicklung der schlesischen Teichwirtschaft.

Dr. Hermann Nikolaus Maier

Dr. Hermann Nikolaus Maier Vierter Präsident wurde 1919 Dr. Hermann Nikolaus Maier. Er wurde 1877 in Stuttgart geboren. Nach dem Studium der Naturwissenschaften war er zunächst Assistent in der meeresbiologischen Forschungsstation auf Helgoland. Von dort ging er in den bayerischen Staatsdienst, wo er zunächst Kreiswanderlehrer für Fischerei war und dann Landesinspektor für Fischzucht im Bayerischen Staatsministerium des Innern wurde. Er war Vorsitzender des Bayerischen Landesfischereivereins und Direktor der Fischereischule Starnberg. Als Präsident des Deutschen Fischerei-Vereins wurde er Mitglied des Reichswirtschaftsrates. Er gehörte der Kommission an, die 1921/22 in Paris bei Verhandlungen der Deutschen Friedensdelegation mit der Entente für die Lieferung von Fischen und Fischprodukten nach Frankreich und Belgien zuständig war. Hermann-Nikolaus Maier wurde als eine außergewöhnliche Persönlichkeit mit freundlichem Wesen, ausgezeichneter Rednergabe und großem Verhandlungsgeschick beschrieben. Er starb 1941 in München.

Wilhelm Kühl jun.

Wilhelm Kühl jun. Nachdem der Deutsche Fischerei-Verein auf seinem 63. Deutschen Fischereitag in Berlin 1933 in "Reichsverband der Deutschen Fischerei" umbenannt worden war und eine neue Satzung erhielt, wurde Fischermeister Wilhelm Kühl jun. fünfter Präsident. Er wurde 1899 in Parchim in Mecklenburg geboren und übernahm, nachdem er Fischermeister geworden war, den väterlichen Betrieb in Parchim. Wilhelm Kühl, der von 1943-1945 den Titel Reichsfischermeister führte, hatte es nicht leicht. Zwischen politischen Anforderungen und Aufgaben einerseits und Problemen der Fischerei andererseits, bemühte er sich, einen für die Fischerei tragbaren Weg zu finden. Dabei halfen ihm seine persönliche Bescheidenheit und sein großes Fachwissen. Über das Schicksal von Wilhelm Kühl nach 1945 ist wenig bekannt. Er musste mit geringen Mitteln versuchen, sich eine neue Existenz aufzubauen. Hervorgetreten ist er in unserer Fischerei nicht mehr. Er starb 1967 in Trittau.

Prof. Dr. phil., Dr. med. vet. h.c., Dr. Ing. h.c. und Dr. med. h.c. Reinhard Demoll

Prof. Dr. phil., Dr. med. vet. h.c., Dr. Ing. h.c. und Dr. med. h.c. Reinhard Demoll Nach der Umgründung des "Reichsverbandes der Deutschen Fischerei" 1949 in den "Deutschen Fischerei-Verband e.V." trat der sechste Präsident an die Spitze des Verbandes. Es war Geheimrat Prof. Dr. phil., Dr. med. vet. h.c., Dr. Ing. h.c. und Dr. med. h.c. Reinhard Demoll. Er wurde 1882 in Kenzingen in Baden geboren. Nach dem Studium der Naturwissenschaften war er an verschiedenen Universitäten tätig, bis er 1917 einen Ruf als Professor für Zoologie und Fischkunde der Universität München erhielt. Aus der Fülle seiner Arbeiten seien die Teichdüngungen, Stoffwechseluntersuchungen bei Süßwasserfischen und Produktionsberechnungen genannt. "Durch sein immer vorhandenes Verständnis für alle Sparten der Fischerei hat gerade er als Präsident zu dem erfolgreichen Wiederaufbau des Deutschen Fischerei-Verbandes beigetragen, so dass Berufsfischerei, Sportfischerei, Fischereiwissenschaft und Fischereiverwaltung im Deutschen Fischerei-Verband eng miteinander und in bester Kameradschaft zusammen arbeiten", heißt es in einem Nachruf bei seinem Tode 1960.

Dr. Julius Claussen

Dr. Julius Claussen Nachfolger von Demoll und damit siebter Präsident des Deutschen Fischerei-Verbandes wurde Staatssekretär Dr. Julius Claussen. Er wurde 1899 in Gelting Kreis Flensburg geboren. Nach einem juristischen Studium war er zunächst im landwirtschaftlichen Organisationswesen tätig bis zu seinem Eintritt in den ministeriellen Dienst im damaligen Preußischen Ministerium für Domänen, Landwirtschaft und Forsten. Nach der Eingliederung dieses Ministeriums in das Reichsernährungsministerium war Claussen hier als Ministerialdirigent Leiter der Unterabteilung, zu der die Fischereifachreferate gehörten. 1952 wurde er mit gleichzeitiger Ernennung zum Ministerialdirektor Leiter der Vertretung des Landes Schleswig-Holstein bei der Bundesregierung in Bonn. 1964 erfolgte hier seine Beförderung zum Staatssekretär. Claussen, der bis zu seinem Tod 1974 das Präsidentenamt des Deutschen Fischerei-Verbandes innehatte, war auch in zahlreichen anderen Ehrenämtern tätig. Seine reichen Verwaltungserfahrungen und sein Verhandlungsgeschick dienten erfolgreich der von Demoll begonnenen
Wiederaufbauarbeit nach 1949. Während seiner Amtszeit fusionierten 1970 die Sportfischer des Deutschen Fischerei-Verbandes mit den Sportfischern des Verbandes Deutscher Sportfischer, der Mitglied des Deutschen Fischerei-Verbandes wurde. Der Deutsche Fischerei-Verband erhielt den Namenszusatz "Union der Berufs- und Sportfischer". Die an die Fusion der Sportfischer sich anschließende Entwicklung, dass Anfang der 70er Jahre auch die Abteilungen See- und Küstenfischer und Binnenfischer des Deutschen Fischerei-Verbandes sich zu selbständigen Unterverbänden entwickelten, hätte Claussen gerne verhindert. Er befürchtete dadurch eine Schwächung der Bedeutung des Deutschen Fischerei-Verbandes.

Dr. Klaus Bahr

Dr. Klaus Bahr Achter Präsident des Deutschen Fischerei-Verbandes wurde 1974 Ministerialrat a. D. Dr. Klaus Bahr. Er wurde 1909 in Königsmühl Kreis Cammin in Pommern geboren. Nach einem Studium der Fischereiwissenschaft und Volkswirtschaft an den Universitäten Jena, München und Königsberg war Klaus Bahr zehn Jahre in der Fischereiforschung und mehrere Jahre im Landesverwaltungsdienst tätig, bevor er 1958 als Referent in die Unterabteilung Fischwirtschaft des Bundesernährungsministeriums kam. Hier wurde er 1972 auf eigenen Wunsch vorzeitig pensioniert. Während der Präsidentschaft von Klaus Bahr gelang es, die von Claussen befürchtete Schwächung des Deutschen Fischerei-Verbandes zu verhindern. Die Bedeutung des Verbandes wurde sogar erhöht durch die dem Präsidenten und dem Hauptgeschäftsführer neu obliegenden Aufgaben in Brüssel in den Fachgremien der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. 1985 trat Dr. Klaus Bahr aus Altersgründen vom Präsidentenamt zurück. Er starb am 24. August 2006 kurz vor Vollendung seines 97. Lebensjahres.

Peter Harry Carstensen

Peter Harry Carstensen Neunter Präsident wurde 1985 der Bundestagsabgeordnete Peter Harry Carstensen. Carstensen, Diplomagraringenieur und Oberlandwirtschaftsrat a. D., wurde 1947 auf Nordstrand, Elisabeth- Sophienkoog, in Schleswig-Holstein geboren. Er war nach Beendigung seines Studiums zunächst Landwirtschaftslehrer und Wirtschaftsberater bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Von 1983 bis 2005 war Peter Harry Carstensen Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier hatte er von 1994 bis 2002 den Vorsitz des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Er leitete auch den Parlamentarischen Gesprächskreis Jagd, Fischerei und Naturschutz. Im Mai 1999 trat Peter Harry Carstensen nach 14jährigem Wirken von seinem Präsidentenamt zurück.

Martin Brick

Martin Brick Im Juni 2000 übernahm Martin Brick das Präsidentenamt des Deutschen Fischerei-Verbandes. Er wurde 1939 in Demmin (Vorpommern) geboren. Nach dem Studium der Veterinärmedizin arbeitete Martin Brick viele Jahre als Tierarzt. Nach der Wende 1990 wirkte er als Landtagsabgeordneter in Mecklenburg-Vorpommern und war bis 1998 Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei. Zu seinen größten Leistungen als Präsident zählt die Aufnahme des Deutschen Anglerverbandes in den Deutschen Fischerei-Verband. Im September 2007 endete die Amtszeit von Martin Brick, der auf eigenen Wunsch seine erfolgreiche Arbeit beendete.

Holger Ortel

Holger Ortel Amtierender Präsident des Deutschen Fischerei-Verbandes ist seit September 2007 der ehemalige Bundestagsabgeordnete Holger Ortel. Er wurde 1951 in Nordenham geboren und wohnt in Delmenhorst, wo er nicht nur Vorsitzender der SPD, sondern u. a. auch Mitglied des örtlichen Fischereivereins ist. Holger Ortel war von 1998 bis 2013 Mitglied des Bundestages und der Fischereiexperte der SPD-Bundestagsfraktion.

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