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Geschichte des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes e.V.

Der Deutsche Hochseefischerei-Verband e.V. blickt auf eine lange Tradition zurück. Der am 1. Mai 1918 in Bremen gegründete Verband sollte ursprünglich dabei helfen, die Fischerei-
flotte nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufzubauen. Von den 263 Schiffen der deutschen Hochseefischereiflotte hatten gerade einmal 82 ältere Fischdampfer den Krieg überstanden.

Der Wiederaufbau wurde schnell vorangetrieben; bereits 1920 belief sich die Zahl der Fisch-
dampfer wieder auf 252. Den historischen Höchstbestand erreichte die Hochseefischerei 1924 mit insgesamt 401 Fahrzeugen.

Zwei technologische Entwicklungen führten dazu, dass der Aktionsradius der Schiffe um
ein Vielfaches ausgeweitet wurden:zum einen ersetzte ab 1925 die Dieselverbrennung die Kohlefeuerung und zum anderen wurden ab 1928 die ersten Schiffe mit der neu entwickelten "Maierform" (gebogene Bugform) zu Wasser gelassen. Die von einem Österreicher erfun-
dene "Maierform" erlaubte es den Schiffen, sich mit einer größeren Geschwindigkeit zu bewegen.

Der Zweite Weltkrieg bedeutete erneut einen tiefen Einschnitt für die deutsche Hochsee-
fischerei. Der überwiegende Teil der Fischdampfer musste an die deutsche Marine abge-
geben werden. Nach Kriegsende standen gerade einmal noch 58 Schiffe für den Fischfang zur Verfügung. Zunächst wurde es Deutschland untersagt, neue Fischereifahrzeuge zu bauen. Dieses Verbot wurde jedoch 1949 mit den "Petersberger Abkommen" aufgehoben und ab Anfang der 1950er Jahre produzierten die Werften in Ost- und Westdeutschland die mitunter modernsten Trawler Europas.

Die Einrichtung der 200-Seemeilen-Wirtschaftszone durch die Seerechtskonferenz in New York im Jahr 1977 führte zu einem gewaltigen Schrumpfungsprozess insbesondere der westdeutschen Hochseeflotte durch den Verlust vieler, der bis dato freizugänglichen Fang-
plätze. Auch die Rahmen der europäischen Fischereipolitik eingeführte Quotenregulierung des Fischfanges in europäischen Gewässern fungierte in Deutschland als Triebmittel für eine langfristig angelegte Flottenreduzierung. Einen weiteren gravierenden Einschnitt gab es im Zuge der deutschen Wiedervereinigung, wo die ostdeutsche Hochseefischerei nahezu komplett aufgelöst wurde. Von den 1989 noch aktiven 37 Trawlern waren in 1992 nur noch 8 Trawler im Fischereigeschäft aktiv. Heute besteht die deutsche Hochseefischereiflotte aus neun Trawlern und machte im Jahre 2010 bezogen auf die Bruttoraumzahl (BRZ) ca. 2,2 % der Gesamt-BRZ der europäischen Fischereiflotte aus. Bezogen auf die Maschinenleistung (kW) waren es nur 0,6 % der gesamten europäischen Fischereiflotte. Damit hat die deutsche Hochseefischerei bereits seit Jahren einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Überkapazitäten im Rahmen der europäischen Gemeinschaft geleistet. Die derzeitige Quotensituation und die aktuelle Fangkapazität befinden sich in Deutschland in einem ausgewogenen Verhältnis. Dies wird u.a. durch einen Bericht der EU Kommission an das EU Parlament und den Rat vom 06.07. 2012 bestätigt.

Seit 1993 ist der Hochseefischereiverband Mitglied im Deutschen Fischerei-Verband. Unter dem Dach des Deutschen Fischerei-Verbandes koordinieren die Küsten- und Hochsee-
fischer sowie die Angler die vielfältigen Aktivitäten der Branche.

Weitere Informationen zur Deutschen Hochseefischerei finden Sie auf der Webseite des

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